Kassen drängen auf GKV-Sparpaket und Streichung von TSVG-Regelungen
Die Spitzenverbände der Krankenkassen drängen auf eine schnelle Umsetzung des geplanten GKV-Sparpakets und fordern zusätzlich die Streichung von Regelungen, die durch das Terminservicegesetz (TSVG) eingeführt wurden. Diese Regelungen sollten Fachärzten Anreize bieten, zusätzliche Termine zu schaffen.
MEDI Südwest: Massive Kritik an Kassenforderung
MEDI Südwest kritisiert diese Forderung scharf. Der Wegfall dieser Anreize würde die Bereitschaft der Fachärzte, zusätzliche Termine anzubieten, massiv senken und politische Bemühungen um eine verbesserte Terminverfügbarkeit konterkarieren.
“Ohrfeige für niedergelassene Ärzte”
„Die Krankenkassen zeigen damit erneut, dass ihnen die Patientenversorgung offenbar weniger wichtig ist als kurzfristige Einsparungen“, so Dr. Ralf Schneider, Allgemeinmediziner aus Alzey und Vorstandsvorsitzender von MEDI Südwest. „Es ist unverständlich, dass die Kassen auf einen ‚Zwangsrabatt‘ von jährlich rund 2,2 Milliarden Euro durch nicht vergütete fachärztliche Leistungen pochen, während sie gleichzeitig Anreize für mehr Termine streichen wollen. Dies ist eine Ohrfeige für die niedergelassenen Ärzte, die tagtäglich die Hauptlast der medizinischen Versorgung tragen.“
Hintergrund: BEEP und Vermittlungsausschuss
Hintergrund der Debatte ist das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP), in dem das GKV-Sparpaket enthalten ist. Der Bundesrat hat den Vermittlungsausschuss angerufen, der sich Mitte Dezember konstituieren wird.
MEDI Südwest: Einsatz für faire Vergütung und starke ambulante Versorgung
MEDI Südwest wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Interessen der niedergelassenen Ärzte und die Qualität der Patientenversorgung gewahrt bleiben. Wir fordern eine faire Vergütung für alle erbrachten Leistungen und eine Stärkung der ambulanten Versorgung, anstatt sie durch kurzsichtige Sparmaßnahmen zu schwächen.
