Neue Pop-ups in der Praxissoftware: Bessere Versorgung von CKD-Risikopatienten

Früherkennung einer unterschätzten Volkskrankheit


DirectCKD –
 Unterstützung beim CKD-Screening in Deutschland

Die Chronische Nierenkrankheit (CKD) hat eine Prävalenz von ca. 10% in Deutschland, wird jedoch nur selten diagnostiziert. Eine CKD ist häufig Folge multipler Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Hypertonie und kardiovaskulärer Erkrankungen, jedoch werden inDeutschland bislang nur wenige Risikopatient:innen systematisch und leitliniengerecht auf CKD gescreent. Diese Versorgungslücke führt zu einer verspäteten Diagnosestellung und verzögert den Beginn einer Therapie, was langfristig die Prognose der Betroffenen verschlechtert. Hürden bei Hausärzt:innen sind vor allem eine geringe CKD-Awareness, limitierte Zeitressourcen im Alltag und finanziell knappe Rahmenbedingungen.

 

Die aktuellen Versorgungsdaten zeigen deutliche Defizite beim CKD-Screening und bei der leitliniengerechten Therapie(GDMT) in Deutschland (GDMT bei CKD-Patient:innen: 18,3 %, Diagnostik bei CKD-Risikopatient:innn mittels eGFR-Bestimmung: 50,9 % und mittels UACR-Bestimmung: 1,2 %).1

Ergebnisse aus der Studie InspeCKD 2.0

 

DirectCKD ist ein umfassendes Versorgungsprojekt, das darauf abzielt, Hausärzt:innen bei der Identifikation und Versorgung von Patient:innen mit hohem Risiko für CKD optimal zu unterstützen. Das Projekt fokussiert sich auf die Förderung der CKD-Awareness, die Realisierung leitliniengerechter Therapie und eine nahtlose Integration in den Praxisalltag – ohne zusätzlichen zeitlichen und monetärenAufwand für Ärzt:innen.

 Erhöhte CKD-Awareness durch Hinweise in der Praxissoftware
o Auf Screening für Hoch-Risikopatient:innen ohne codierte CKD und 
o Für eine leitliniengerechte Therapie bei CKD-Patient:innen 
 Kein zusätzlicher Aufwand/Kosten für Ärzt:innen durcheine nahtlose Integration in die Praxissoftware von CGM und Medatixx
 Nutzung etablierter Strukturen und Netzwerke für maximale Reichweite

 

Implementierung im Praxismanagement-System

DirectCKD wird in die Praxissoftware der führenden Anbieter (CGM und Medatixx) eingebettet und erreicht somit rund zwei Drittel der Hausärzt:innen in Deutschland. Die Umsetzung erfolgt über automatisierte Hinweise („Pop-Ups“) entlang des Behandlungspfades während der Konsultation:

 Automatisierte Patient:innenidentifikation: Die Software erkennt Hochrisikopatient:innen basierend auf dokumentierten Risikofaktoren. Dazu gehören mindestens drei Komorbiditäten aus Hypertonie und/oder Diabetes und/oder kardiovaskulären Vorerkrankungen und/oder auffälligen Laborwerten.
 Gezielte Hinweise während der Konsultation: Pop-Ups informieren Hausärzt:innen über den Risikostatus und geben Hinweise zu Screening und Therapie basierend auf den aktuellen Leitlinien. Hierdurch wird die CKD-Awareness deutlich gesteigert und eine frühzeitige, leitliniengerechte Therapie als Versorgungsstandard etabliert.
 Materialien und Datenanalyse: Medizinisch-wissenschaftliche Informationen werden bereitgestellt. Für Nutzer:innen von Medatixx kann darüber hinaus eine Übersichtsliste zu CKD-Risikopatient:innen in der jeweiligen Praxis aufgerufen werden.

© Copyright 2025. Mit freundlicher Genehmigung von CompuGroup Medical.

 

© Copyright Medatixx 2025. Mit freundlicher Genehmigung von Medatixx.

Screening, Diagnose und therapiegeleitete Versorgung

Die Abfolge der Pop-Ups ist eng an aktuelle Leitlinien(DEGAM & KDIGO) angelehnt und strukturiert den Versorgungsprozess digital am Praxisarbeitsplatz:

1. Screening: Automatisierte Hinweise zur Bestimmung von eGFR und UACR bei Patient:innen mit mehreren Risikofaktoren.
2. Wiederholtes Screening: Erinnerung nach mindestens drei Monaten, falls initial keine CKD diagnostiziert wurde oder Werte grenzwertig sind.
3. Diagnosestellung: Pop-Ups weisen auf das eventuelle Vorliegen einer CKD hin.
4. Therapieinitiierung: Evidenzbasierte Hinweise zur Starttherapie (z. B. SGLT2i und ACEi/ARB gemäß Leitlinie).

Dieses strukturierte Vorgehen fördert die konsequente Umsetzung leitliniengerechter Maßnahmen und erleichtert die Versorgung unter Alltagsbedingungen.

 

Wissenschaftliche Evaluation

Im Anschluss an die Projektimplementierung ist eine umfassende wissenschaftliche Analyse vorgesehen. Ziel ist die Erfassung von Veränderungen im Screening-, Diagnose- und Therapieverhalten sowie die Auswertung der Patient:innen-Outcomes. Die Ergebnisse dienen zur Bewertung des Projekterfolgs und sollen auf Kongressen vor Fachpublikum präsentiert sowie diskutiert werden.

 

DirectCKD stellt einen fortschrittlichen Ansatz zur Optimierung der Versorgung von CKD-Hochrisikopatient:innen in Deutschland dar. Durch konsequenten Einsatz digitaler Tools, Verknüpfung mit bestehenden Praxisstrukturen und gezielte Awareness-Steigerung kann ein nachhaltiger Versorgungseffekt erzielt werden, von dem Patient:innen und Gesundheitssystem gleichermaßen profitieren.

 

Früherkennung ist der Schlüssel zur Prognoseverbesserung bei CKD. Strukturiertes Screening nach Leitlinien – eGFR und UACR – sollte in der Routine verankert sein. Jede Unterstützung, die das systematisch und ressourcenschonend ermöglicht, ist aus fachlicher Sicht willkommen.“

 Prof. Dr. med. Jörg Latus, Chefarzt für Innere Medizin und Nephrologie, Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart

Im Praxisalltag gehen stille Risiken unter – nicht weil wir sie nicht kennen, sondern weil Zeit und Priorisierung fehlen. CKD gehört dazu. Was wir brauchen, sind kurze, klare Erinnerungen mit umsetzbaren nächsten Schritten, die in unsere Abläufe passen.“

 Dr. med. Michael Munz, Praxisinhaber Hausärztliche Innere Medizin, Ditzingen

 

1. Wanner et al. DGfN Mitteilungen Supplement 01/2025;94-95. Abstract P088

 

  

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