Beispielloser Angriff auf die Arztpraxen

SPARSCHOCK FÜR PATIENTEN & PRAXEN:

Der Milliarden-Kahlschlag der Bundesregierung – Schluss mit lustig!
Zi Grafik: Prognostizierte Honorarverluste
Das Bundeskabinett hat den Entwurf des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf den Weg gebracht. Was von der Politik als „ausgewogen“ angepriesen wird, ist für die Praxen an der Basis eine blanke Mogelpackung. Wir warnen: Das ist der bewusste Abbau funktionierender Strukturen auf dem Rücken von Ärzten und Patienten.

Wer die Zahlen dieses Gesetzes analysiert, erkennt schnell: Hier geht es nicht um Stabilisierung. Es ist ein beispielloser Angriff auf die ambulante Versorgung in Deutschland.

Radikaler Geldentzug für die Praxen

Die finanziellen Einschnitte sprengen jeden bisherigen Rahmen. Laut Berechnungen des Zentralinstituts (Zi) soll die Gesamtvergütung ab 2027 um 2,64 Milliarden Euro reduziert werden. Allein 2,41 Milliarden Euro davon sind direkte Honorarkürzungen. Für eine Durchschnittspraxis bedeutet das ein Minus von 24.000 Euro jährlich.

Konkreter Vergütungsausfall pro Arzt im Jahr 2027

Fachgruppe Verlust / Jahr Relativer Verlust*
Radiologie – 67.728 € ~ 31,0 %
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde – 44.175 € > 20,0 %
Phoniatrie und Pädaudiologie – 31.628 € ~ 14,5 %
Innere Medizin – 31.486 € ~ 14,0 %
Neurologie – 25.825 € ~ 13,0 %
Orthopädie – 22.841 € ~ 11,0 %
Hausärzte – 9.975 € ~ 5,0 %
Kinder- und Jugendmedizin – 7.205 € ~ 3,5 %

*Berechnet auf Basis durchschnittlicher Reinerträge der Fachgruppen.

Bestrafung für Engagement

Besonders perfide: Gekürzt wird exakt bei den Leistungen, die erst kürzlich zur Stärkung der Versorgung eingeführt wurden. Gestrichen werden:

  • Finanzierung der schnellen Terminvergabe
  • Die offene Sprechstunde
  • Pauschale Honorarkürzungen bei Haus- und Kinderärzten
  • Psychotherapeutische Kurzzeitbehandlung & Organspende-Beratung
  • Erstbefüllung der ePA
„Das ist kein ausgewogenes Paket, sondern eine dreiste Täuschung der Öffentlichkeit und ein Frontalangriff auf unseren Berufsstand. Wir lassen uns nicht länger für dumm verkaufen: Wenn die Politik uns die Existenzgrundlage entzieht, werden wir die Reißleine ziehen und unsere Arbeitszeit radikal dem Budget anpassen – mit allen bitteren Konsequenzen für die Versorgungssicherheit.“
— Dr. Ralf Schneider, Allgemeinmediziner aus Alzey und Vorstandsvorsitzender MEDI Südwest e.V.
„Ambulante Versorgung wird es in dieser Form nicht mehr geben“
— Warnung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

Die logische Konsequenz: Rationierungsmedizin

Dieser Entzug von Ressourcen führt unweigerlich zum Versorgungsabbau. Praxisinhaber müssen mit Personalabbau und drastisch reduzierten Sprechstunden reagieren. Das GKV-Spargesetz ist der politisch gewollte Einstieg in die Wartelisten- und Rationierungsmedizin.

Dringender Appell an alle MEDI-Mitglieder: Kein „Weiter so“!

Wir dürfen jetzt auf keinen Fall den Fehler machen und zur gewohnten Tagesordnung zurückkehren. Der Gedanke „es wird schon irgendwie gut gehen“ ist brandgefährlich. Das, was hier gerade passiert, wird und muss drastische Folgen für unsere tägliche Arbeit haben.

Andernfalls geraten viele Praxen schneller in finanzielle Not, als wir uns vorstellen können. Ein „Weiter so wie bisher“ kann und darf es unter diesen Bedingungen nicht geben!

Herausgegeben vom MEDI Verbund Südwest | Datenbasis: Zi / KBV 2026.